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Wie in der HISTORIE
geschildert, baute 1989/90 der "Verein zur Erhaltung der ehemaligen
Volksdorfer Schulkate von 1752 e.V." das
historische Gebäude an der Straße "Im Alten
Dorfe" wieder auf. Damit ist die Schulkate
Teil der "Historischen Achse
Volksdorf" mit insgesamt 18
Denkmälern.
1990 eröffnete
am 2.März die erste Gastronomie als
"Bier-Restaurant Eulenkrug"
in der Schulkate.
Die ersten 24 Jahre verliefen vergleichsweise
ruhig. Nach 12 Jahren gab der erster Wirt Uli
Schult, Sohn des damaligen Herausgebers des HEIMAT
ECHOS und Bruder des langjährigen Chefredakteurs
Manfred Schult dieser Zeitung, auf.
Im Mai 2002 übernahmen Cornelia und Klaus Bahne
den EULENKRUG. Das Dachgeschoss
konnte von ihnen mit
Bewirtung für gesellige Anlässe angemietet werden.
Wiederum nach 12 Jahren hörten aus
gesundheitlichen Gründen leider auch Bahnes
auf.
Den
Veranstaltungsraum im Dachgeschoss vermietet seit Anbeginn stunden-
oder tageweise der Trägerverein an Private,
Vereine und Gewerbliche. Wegen der Rücksichtnahme
auf das Restaurant im Erdgeschoss sind
Veranstaltungen mit lauter Musik und Tanz nicht
möglich.
2000
erfolgte feierlich das 10-jährige-Jubiläum.
2001 wurde der Verein von der Hansestadt
Hamburg aufgefordert, die vom Wirt außerhalb des Grundstücks der
Schulkate genutzte
Flächen ebenfalls anzupachten. Damit sollten
die von ihm ohne Genehmigung errichteten
Schuppen und die Einrichtung eines
Biergartens legalisiert werden. Wie sich
erst 2017 herausstellte, war dennoch nie
eine Baugenehmigung eingeholt worden.
2004 Im August nannte
sich der Trägerverein in "Verein Schulkate
Volksdorf e.V." um. Der ausführliche Name
"Verein zur Erhaltung der ehemaligen Volksdorfer
Schulkate von 1752 e.V." war nicht mehr
erforderlich, da die Schulkate inzwischen
gerettet und wieder aufgebaut war. Die Ziele des
Vereins haben sich nicht geändert. Es geht
weiterhin um die Bewirtschaftung der Schulkate,
die Vermietung des Dachgeschosses sowie die
Förderung kultureller Veranstaltungen im Hause
wie auch in den hamburgischen Walddörfern und
deren Umgebung sowie die Förderung von
Heimatpflege und Heimatkunde. Übrigens hat die Hansestadt Hamburg den Verein im
Erbbaurechtsvertrag verpflichtet, im
Dachgeschoss "kulturelle Aktivitäten
durchzuführen".
2008
Im
Herbst musste nach nur 19 Jahren die Reetdeckung
erneuert werden, da schlechte Reetqualität und
Umgebungsfaktoren zu einer schnellen Verrottung
geführt hatten. Die Arbeit führte, wie auch im
benachbarten Museumsdorf und an der Ferck'schen
Kate, mit großer Zufriedenheit die Firma Joachim
Schröter aus Vielank in
Mecklenburg-Vorpommern aus.
2009 Im
Herbst erhielt der Versammlungsraum eine
Eichendielung aus Vollholz, ausgeführt von
unserem uns treu gebliebenem Fachwerkrestaurator
Bodo Vogel aus Ottersberg bei Bremen. Der
Tischler Klaus Viol aus Ohlstedt stellte vier
neue Tische her. Das jetzige Farbkonzept
des Dachraums gestaltete der Maler Bernd
Wiedemann aus Eimsbüttel. Im März 2014 erhielten
wir 32 neue Thonet-Stühle mit Sitzauflage.
Die Hängeleuchten wurden durch hellere Leuchten
mit Glasschirm ersetzt.
2014 Am 15.3.war der letzte Tag für
die Wirtsleute Cornelia und Klaus Bahne. Ihnen
trauert der Verein nun nach. Unser Mieter, der
Bierverlag H.u.K.Bohnhoff, nahm sich einen
neuen Pächter.
Als Willkommen für den neuen Wirt lässt der Verein noch im März 2014 den
Steinwall entlang der Straße sowie den Zuweg
zum Eingang herrichten. Der Verein regt eine
Vergrößerung des Biergartens an, was der neue
Wirt gern aufgreift. Doch gedankt wird es dem
Verein nicht. Es folgten bis zur Neueröffnung
des Restaurants im Oktober 2014 innen wie außen umfangreiche
Umbauarbeiten, bei denen durch unsachgemäße Eingriffe Schäden an historischen Bauteilen entstanden:
- das
schadhafte, aber eigenmächtig ausgetauschte,
innenliegende Fachwerk musste nachgebessert
werden. Trotzdem konnte es nicht im
traditionsgerechten Abbund eingefügt werden.
- das bei unzulässigen
Stemmarbeiten beschädigte, historische
Sichtmauerwerk im Flur-Treppenraum ließ der
Verein ausbessern.
Nach
fast sieben Monaten Umbauzeit eröffnet der neue
Pächter am 10.10.2014 sein
Restaurant. Der Name EULENKRUG
wurde zwischenzeitlich
geschützt, so dass das
Namensschild ausgewechselt und weitere
Namenszüge überklebt werden
müssen. Der Hänger unter dem
neuen Namensausleger mit Angabe von Straße und
Hausnummer wird erst nach über
zwei (!) Jahren angebracht. Nun ist endlich die
Adresse "Im Alten Dorfe 60" wieder leicht zu
finden. Doch auf die Umsetzung weiterer, durch
Unterschrift vereinbarter Maßnahmen,
wartet der Verein heute noch. Selbst
Mediationstermine mit Anwälten beider Seiten
bleiben fruchtlos. Lediglich bei der
Mängelbeseitung am Blitzschutz konnte sich der
Verein auf dem Klageweg nach 2 Jahren
durchsetzen (s.u.).
Im
November
2014 lässt der Verein die Hauseingangstür durch
eine neue Tür ersetzen. Die im
Denkmalschutz erfahrene Tischlerei GmbH des
Tischlermeisters Rolf Bormann aus
Hamburg-Langenfelde stellt sie denkmalgerecht
her. Es wird erhöhter Einbruchschutz
berücksichtigt. Dennoch wird im Winter zweimal
im Restaurant eingebrochen - aber nicht über die
neue Tür! Anfang 2015
folgen weitere Instandsetzungsmaßnahmen wie
der Einbau einer neuen Abtrittmatte innen und
einer neuen Abtrittroste außen durch Fa.RMS Koy.
Das Hinweisschild
"Schulkate 1752" wird von
ihm aufgearbeitet und eine provisorische
Info-Tafel für die Nutzer im Dachgeschoss
aufgestellt (sie bläst der Sturm im Winter 2022
um), da der bisherige Info-Kasten vom Mieter
nicht wieder angebracht wurde. Hierum wird seit
Mai 2014 gestritten. Wenigstens erfolgt im
September 2016 die Montage des bisherigen
Info-Kastens links am Eingang.
2015 zum
25-jährigem Jubiläum findet im Restaurant keine
Feier statt. Dafür begeht der Verein im Rahmen
der KULTURMEILE
VOLKSDORF vom 13.-15.11.2015 das
Jubiläum der Einweihung seiner Räume
im Dachgeschoss im Nov.1990: Prof.Hermann Hipp,
Kunsthistoriker und damaliger Mitarbeiter im
Denkmalschutzamt, hält den Festvortrag
vor geladenen Gästen. Prof.Hans-Udo Heinzmann,
Musikhochschule Hamburg und Vorsitzender der
Akademie des NDR-Sinfonieorchesters, Querflöte, spielt in
Begleitung von Nobue Ito, Klavier, ein
unterhaltsames Programm. SONARIUM, ein Duo mit
Cello und diversen Instrumenten, gibt ein
öffentliches "Klang-Konzert der ungewöhnlichen
Art". Und viele der freiwilligen Helfer von 1983
und 1989 treffen sich zu einem Wiedersehen und
schauen das Video vom Wiederaufbau an.
Im Oktober strengte
der Verein ein Gerichtsverfahren gegen
seinen Mieter an, um die Umsetzung von
Auflagen einer Blitzschutzprüfung am
18.2.2015 zu erzwingen. Im Frühjahr 2017
wurde die Maßnahmen dann vom Mieter
umgesetzt. Trotz des Erfolgs blieb der
Verein auf den Prozessfolgekosten sitzen.
2016 freuen wir uns, dass die
Schulkate am 18.Mai als Ensemble mit dem
Museumsdorf Volksdorf unter Denkmalschutz
gestellt wird. Dazu hat der Festvortrag von
Prof.Hermann Hipp auf der 25-Jahrfeier des
Vereins im Nov. 2015 beigetragen.
Hier
lohnt ein Rückblick:
Seit Anbeginn tagt im Dachgeschoss der Naturschutzbund
NABU Ortsgruppe Walddörfer (bis zum Beginn
der Corona-Pandemie). Die Mitglieder hatten beim
Wiederaufbau geholfen. Lange Zeit pflegten sie
die Umgebeung des Grundstücks, damit die
herrlichen Einblicke auf die Koppel und die
Horst frei bleiben. Das machen heute die Schafe
des Museumsdorfes.
Mitte der Neunziger wird
die Schulkate Treffpunkt zweier Singkreise:
der Singkreis des Bürgervereins
kündigte 2012,
der Singkreis des Kulturkreises
hörte bedingt durch die Stilllegung des Raums im
Januar 2018 auf. Er sang bis dahin unter der
Leitung von Mike Steurenthaler, seit 2015
Chefdirigent der KlassikPhilharmonie Hamburg und
Leiter der Dirigierklasse am
Johannes-Brahms-Konservatorium in Hamburg. Neben
der Orchesterarbeit widmet sich Mike Steurenthaler
einem breitgefächerten Repertoire an Chormusik und
arbeitet regelmäßig mit dem Hamburger Konzertchor,
dem Giuseppe Verdi Chor Hamburg, dem Chor St.
Johannis Altona und dem Rendsburger Bachchor.
Seit
2008 ist die Schulkate der Vorbereitungstreff
der Kunstspuren
Volksdorf. Sie formierten sich 2019 als
Verein, tagen seitdem anderswo.
Seit 2009 findet nach 14 Jahren Pause wieder
ein KunstHandwerkerMarkt
statt - der nun durch behördliche Auflagen
nicht stattfinden kann.
Seit 2010 ist der "Verein Schulkate Volksdorf
e.V." Mit-Organisator und Teilnehmer der KULTURMEILE
VOLKSDORF.
Seit 2013 tagt hier das BÜNDNIS
VOLKSDORF, eine Gruppe engagierter
Volksdorfer, die die Idee des Rahmenplans von
2007 in der
Öffentlichkeit wach hält und weiter verfolgt.
Der erste Erfolg ist der Zweirichtungsverkehr
für Radfahrer vom Uppenhof bis zum Dorfplatz
(eingerichtet im Oktober 2016). Erste Erfolge
zeigen sich im Frühjahr 2018 bei der
Grünpflege im Dorf, die im
Zusammenwirken mit dem Gartenbauamt erfolgt.
Im November 2016 gründete sich der "Hamburger
Landschafts- und Klimaschutz Verband" -
die Treffen finden nun ebenfalls hier statt.
Seit Jahren bemüht sich der Verein um eine
Fällgenehmigung für eine Kastanie, die das
Reetdach verschattet und dort im Frühjahr 2018
wieder erste Moosbildung zeigt. Sie mussten neben
Schäden am First im Juni 2022 behoben werden.
12.1.2017
erhält der Wirt Auflagen des
Verbraucherschutzamtes wegen einer nicht
genehmigten Kaltküche in einem der Schuppen.
Für die Umsetzung der Auflagen benötigt er
die Zustimmung des Vereins als
Grundeigentümer. Am 16.5.2017
erhält der Verein Kenntnis
vom Problem durch
ein Blancoformular zum Ausfüllen, das der
Mieter dem Verein zusendet. Doch nähere
Angaben erhält der Verein nicht, wendet sich
an die Behörden; das Bauamt erreicht er
Monate später im September telefonisch.
Das Thema wird zu
einem Problem, das zu einer lang andauernden
Auseinandersetzung und Bearbeitung führt:
9.10.2017
erfolgt eine Brandschau
der Feuerwehr, bei
der Klärungsbedarf in der Gastronomie (a) wie
auch im Bereich des Vereins (b) festgestellt
wird:
(a) die von den Wirtsleuten direkt an die
Schulkate angebauten Schuppen wurden nie
genehmigt
(a) die brandschutztechnische Abtrennung
zwischen Reetdach und Schuppen fehlt
(b) der nach heutiger Erkenntnis erforderliche
Zweite Rettungsweg aus dem Veranstaltungsraum im
Dachgeschoss
fehlt
21.12.2017
auf Grund der
Brandschau erteilt das
Bauamt dem Wirt die „Anordnung zur Herstellung
ordnungsgemäßer Zustände“ für die nicht genehmigten Schuppen mit Kaltküche
und für die fehlende
brandschutztechnische
Abtrennung zum
reetgedeckten Gebäude. Die
Anordnung beinhaltet auch die Nutzungsuntersagung für den
Veranstaltungsraum des Vereins
bis zur „Herstellung ordnungsgemäßer
Zustände“. Die
Anordnung ist
in Unkenntnis des Eigentumsverhältnises fälschlicherweise
an den Wirt gerichtet – der Verein erhält
lediglich eine „Anordnung der Duldung“ der Maßnahme durch den Wirt – der
Verein hält sich dennoch an die Anordnung. Auf
Nachfrage bekommt der Verein eine Ausnahmegenehmigung
zur eingeschränkten Nutzung - und
erhält nach 11 Monaten einen Gebührenbescheid
über 200 € !
7.3.2018
findet auf Drängen des Vereins ein Gespräch im Bauamt statt.
Vier Mitarbeiter nehmen daran teil. Hier wird
dem Verein offenbart, dass die Schuppen des
Mieters nicht genehmigungsfähig
sind und ggf. auf Anordnung des Bauamtes zu Lasten
des Vereins abgerissen
werden könnten. Wegen des
erforderlichen Zweiten Rettungsweges wird sich das
Bauamt mit dem
Denkmalschutzamt besprechen.
6.4.2018
findet mit dem zuständigen Mitarbeiter des Denkmalschutzamtes
ein Ortstermin
statt. Zu einem Ergebnis kommt es nicht. Er
will das weitere Vorgehen direkt mit dem
Bauamt klären. Vom Ergebnis möchte er den
Verein nicht informieren (!).
19.6.2018
abermals auf Drängen des Vereins kommt es zu
einem weiteren Gespräch mit dem Bauamt: der Baudezernent
des Bezirksamts Wandsbek Arne Klein beraumt
einen Ortstermin an, zu dem er
selbst mit vier Mitarbeitern erscheint.
Weiterhin kommen ein Mitarbeiter der
Feuerwehr, sowie der Brandschutzexperte des
Vereins, Herr Bartels aus Buxtehude, sowie der
Blitzschutzgutachter des Vereins, Herr
Pfrommer. Der Mitarbeiter des
Denkmalschutzamtes ist verhindert. Abermals
wird ausgesagt, dass die direkt an das
reetgedeckte Gebäude angebauten Schuppen nicht
genehmigungsfähig sind. Ein
5m-Sicherheitsabstand ist einzuhalten. In
diesen Abstand könne die Fluchttreppe aus der
vorhandenen Dachgaube als zweiter
baulicher Rettungsweg münden. Dies
setzt der Verein in seiner Planung um.
22.6.2018
setzt das Bauamt eine Abgabefrist für die
Bauanträge des Vereins und des Mieters.
21.8.2018
reicht der Verein auf der Grundlage der
Ergebnisse des Ortstermins v.19.6. seine Anträge
ein
(1) Antrag
zur Herstellung des zweiten
baulichen Rettungswegs und einer zwischenzeitlich geforderten
Brandmeldeanlage
(2) Nutzungsantrag
zur Erteilung eines Ergänzungsbescheides
gemäß Pkt. 005.01 der Baugenehmigung vom
11.08.1989, Gz.: Wd/BA 3/I 136/87 für die Nutzung
des Veranstaltungsraumes im Dachgeschoss, die bisher noch fehlte.
23.8.2018
reicht der Mieter seinen Antrag auf Bestandsschutz
für Schuppen und sog. Kaltküche ein. Fünf
Wochen später am 1.10. setzt der Mieter den
Verein hiervon in Kenntnis. Die beiden
Bauanträge widersprechen sich.
23.10.2018
nach zwei Monaten kommt die Eingangsbestätigung
des Bauamtes für die Anträge (1) u. (2) des
Vereins
21.11.2018
schickt das Bauamt am letzten Tag vor Ablauf
der Bearbeitungsfrist eine „Anhörung vor
Antragsablehnung“, da der vom Verein beantragte
Zweite Rettungsweg „öffentlich-rechtlichen
Vorschriften widerspricht“. Um welche
Vorschriften es sich handelt, ist nicht erwähnt.
Dafür enthält das Schreiben den Hinweis, dass
die Fluchttreppe wegen der vorhandenen, bisher nicht genehmigten und mehrfach betont nicht
genehmigungsfähigen Schuppen nicht umgesetzt
werden könne; der Verein solle eine mit seinem
Mieter abgestimmte, gemeinsame Lösung vorlegen,
sprich die vorhanden aber angeblich nicht
genehmigungsfähigen Schuppen in seiner Planung
berücksichtigen. Im Schreiben folgt zudem der
Hinweis, dass das Denkmalschutzamt die
erforderliche Zustimmung zur Fluchttreppe "im
Moment" nicht gebe.
28.1.2019 beraten sich im Bezirksamt auf
Einladung des stellvertretenden Bezirksamtsleiters
Frank Schwippert Vertreter von WBZ (Bauamt), dem
Verbraucherschutzamt, dem Amt für Arbeitsschutz,
dem Denkmalschutzamt, des Mieters und des Vereins.
Der Verein bietet an, die Fluchttreppe
kragend über das Schuppendach nun nach Norden zu
führen.
Dem Mieter gibt das Bezirksamt bis zum 18.3. Zeit,
seine Lösung auszuarbeiten. Erst am 1.4. erhält
der Verein die Nachtragsunterlagen des Mieters.
Das Bauamt (WBZ) rät dem Verein, die erforderliche
Fluchttreppe als zweiten baulichen Rettungsweg aus
dem Dachgeschoss in die Unterlagen des Mieters
einzuarbeiten. Damit hat der Verein für seine
eigene Planung 5.809,82 € fehl ausgegeben.
2.5.2019
wird wenige Tage nach einem Anruf des
stellvertretenden Bezirksamtsleiter die Baugenehmigung
für den zweiten baulichen Rettungsweg zugestellt.
Erst daraufhin kann der Verein seinen Antrag auf
Zuwendung beim Bezirksamt Wandsbek endgültig
ausarbeiten und einreichen. Die bereits am 30.4.
ausgestellte Baugenehmgung des Mieters erhält der
Verein auf drängende Nachfrage am 22.5. vom
Architekten des Mieters.
17.6.2019
geht die Statik für die Fluchttreppe an die Satische
Prüfstelle. Sie hatte der Beratende
Ingenieur für Bauwesen, Prof. Peter Bartram aus
Fischerhude, ausgearbeitet. Er hatte bereits 1989
den Wiederaufbau der Schulkate betreut. Trotz
ständiger Rückkopplung mit der Statischen
Prüfstelle, liegt erst elf Monate (!) später der
letzte Teil der geprüften Statik vor.
24.6.2019
reicht der Verein seinen Antrag auf
Zuwendung zum Herstellen eines Zweiten
Flucht- und Rettungsweges beim Bezirksamt
Wandsbek ein. Die Zuwendung bewilligt
die Bezirksversammlung am 22.8. Am
5.9.2019 wird der Zuwendungsbescheid erteilt.
Der Verein ist dankbar für die Übernahme des
größten Teils der Baukosten durch den Bezirk !
12.9.2019 reicht der Verein die
Baubeginnanzeige ein. Doch verzögert sich der
Beginn wegen der noch nicht geprüften Statik.
Teilfreigaben treffen im Laufe der Monate ein,
so dass am
4.u.5.11.2019
Fa. Albert
Gehrmann Bauunternehmen GmbH die beiden
Fundamente der Fluchttreppe noch vor Beginn der
Frostperiode herstellen kann. Die
Bewehrung nimmt der Prüfstatiker am 5.11. ab.
Weitere Fragen sind zwischen Statiker und
Prüfstatiker zu klären.
Am 25.10.2019 teilt WBZ (Bauamt) mit, dass der "Einbau funkvernetzter
Rauchwarnmelder ausreichend ist" - damit hat der
Verein für die Ausarbeitung des anfangs
geforderten Brandschutzkonzepts weitere 849,66 €
fehl ausgegeben.
18.10.2019 reicht der
Verein eine Mietkündigungsklage gegen
seinen Mieter H.u.K.Bohnhoff oHG bei
Gericht ein.
20.5.2020
(!) trifft der letzte Teil der geprüften
Werkplanung ein, so dass nun Fa. Heher
Bauschlosserei Metallbau GmbH mit der Herstellung
der Treppe in der Werkstatt beginnen kann. Bereits
am
3.6.2020 gehen die Arbeiten am Bau nach
Monaten des Wartens weiter:
Fa. Heher stellt den unteren Treppenlauf auf, Fa.
Paul Pfrommer GmbH schließt den Blitzschutz an und
verlegt den dortigen Abstandhalter so, dass die
Restaurant-Anlieferung nicht behindert wird (das
Restaurant ist jedoch seit Monaten geschlossen -
und bleibt es bis Ende Juli 2024).
5.6.2020 findet
wegen der Mietkündigung ein Termin vor dem
Landgericht Hamburg statt. Wegen der
Corona-Pandemie wurde der Termin vom 24.4.
abgesagt.
18.6.2020 bis
20.7. finden die Baumaßnahmen am Gebäude statt:
die Reetdecker der Dachdeckerei Wormstädt aus
Loosen bei Ludwigslust öffnen das Dach. Herr
Wormstädt ist für seinen Kollegen Joachim Schröter
aus Vielank eingesprungen, der kurz zuvor
plötzlich starb - ein Verlust für alle mit Reet
gedeckten Häuser in Volksdorf. Einen Tag später
beginnt der Fachwerkrestaurator Bodo Vogel, der
die Schulkate 1989/90 wieder aufgebaut hatte, mit
einer Abfangung der Gaube und dem Einbau der
Auflagerschuhe für die Eichenholz-Treppenwangen.
Er hatte sie zuvor in der befreundeten Tischlerei
GmbH Bormann und Partner (die 2014 die neue
Hauseingangstür hergestellt hatte) vorbereitet.
Der Einbau ist einfacher als vermutet, so dass
Tischlermeister Dirk Wagner aus Laberg bei
Hoisbüttel noch am selben Tag die neue Tür
einbauen kann. Fa.RMS Koy aus Bergstedt stellt
Blechanschlüsse
für den nachfolgenden Einbau von Ortgängen und
Sohlbank durch den Fachwerkrestaurator Bodo Vogel
her. Eichenbohlen der ausgebauten Sohlbank können
dabei wiederverwendet werden. In Eigenleistung
lasiert der Verein die Eichenholzwangen, Ortgänge
und Sohlbank.
Nach kurzer Schlechtwetterpause folgt die
Wiederherstellung der Reetdachfläche durch
Anarbeiten an Türzarge und Eichenholzwangen, der
Einbau der Blechabdeckungen auf und zwischen den
Wangen bis unter die Türzarge durch Fa.Koy, sowie
das nochmalige Einpassen der Sohlbankbretter, der
Einbau von Podest und Stufen und endlich auch die
Montage der Geländer durch Fa.Heher.
7.7.2022 (!)
erfolgt die Ortsbesichtung des
Prüfingenieurs, der die Prüfung für den Zuwendungsbescheid im Auftrag des Bezirksamts zu
bearbeiten hat. Am 12.4.2023 (!) wird das
Prüfergebnis über die Mittelvergabe ausgestellt: "Der mit der
Zuwendung beabsichtigte Zweck bzw. die
vereinbarte Leistung wurde erreicht und die
anerkannten Zuwendungsmittel wurden
zeckentsprechend verwendet."
Daraufhin kann der Verein seinen Antrag auf
Auszahlung der einbehaltenen Sicherheit stellen.
20.7.2020 prüft Fa. Paul Pfrommer GmbH die
Blitzschutzanlage
21.7.2020
erfolgt die Abnahme durch das Denkmalschutzamt.
23.7.2020
montiert Fa.Delphos Sicherheitstechnik GmbH aus
Lübeck die Rauchwarnmelder im Treppenraum und in
den vom Verein genutzten Räumen im
Dachgeschoss. Die "Errichterbescheinigung"
geht tags darauf an das Bauamt (WBZ).
Die Rauchwarnmelder werden nun jährlich gewartet
und geprüft.
30.7.2020 der
Prüfstatiker
nimmt die Fluchttreppe ab. Am 28.9.2020
reicht der Verein die Unterlagen des Zuwendungsbescheids
"Förderung
Fluchttreppe" zur Prüfung
beim Bezirksamt Wandsbek persönlich ein.
11.8.2020
nimmt der Verein offiziell den Betrieb im
Dachgeschoss wieder auf, da dem Bauamt nach 31 Monaten endlich der zweite bauliche Rettungsweg als fertiggestellt
gemeldet werden kann!
21.9.2020 findet
wegen der Klage gegen den Mieter ein
Gütetermin vor dem Landgericht statt.
21.-25.9.2020
der Malermeister Bernd Wiedemann führt Instandsetzungsarbeiten
außen durch,
streicht
innen alles neu.
Der
Verein dankt den Firmen für die geleisteten
Arbeiten, insbesondere denen, die Leistungen
bzw. Material gespendet haben.
Pandemie
Wegen der Problematik um die Fluchttreppe sowie
wegen der Corona-Krise finden seit 2017 keine
Veranstaltungen statt. Annes Musikgarten und seit
Nov. auch Jazz-Gesangsunterricht von Katrin
Rumberg sind zwischenzeitlich bis zum "Lockdown"
ab Januar 2021 möglich. Danach erfolgten erneute
"Lockdowns".
So muss mit Beginn der Pandenie 2020 auch der Wirt
den Betrieb in der Gastronomie einstellen, den er
dann ganz aufgibt. Unser Mieter K.u.H.Bohnhoff oHG
sucht daraufhin über einen längeren Zeitraum einen
Nachfolger. 2022 u. 2023 werden dem Verein
mehrmals Interessenten für die Übernahme der
Gastronomie vorgestellt. Erst
Ende 2023 meldet sich ein Interessent, mit dem
unser Mieter H.u.K.Bohnhoff oHG im Frühjahr
2024 Einigung erzielt.
22.4.2021 findet eine Begehung mit
Sanitär Baustian in Vorbereitung für die
behördlich geforderte Dichtheitsprüfung der
unterirdischen Sielleitungen statt. Dabei fällt
auf, dass große Teile des Blitzschutzes gestohlen
wurden. Die Anzeige des Diebstahls erfolgt sofort
auf der Wache in Volksdorf und beim
Versicherungsmakler. Bereits am 26.4. kommt Fa.
Paul Pfrommer GmbH zur Schadensfeststellung. Ein
Angebot kommt umgehend. Am 1.6.2021 ist die neue
Anlage installiert.
Die Dichtungheitsprüfung erfolgt am 23.11.2022
durch Fa.Göttsch-Sanitärtechnik.
Seit Beginn
des Jahrtausends gibt es die Idee im Vorstand, das
"Denkmal Schulkate" dauerhaft in einer Stiftung
für Volksdorf zu sichern. Erstmals wurde die Idee
offiziell auf der Mitgliederversammlung am 11.7.2007
angesprochen. Viel Wasser ist seitdem die Beeke
(Saselbek) hinunter geflossen, dabei wurde die
Idee konsequent mit der Unterstützung des
Rechtsanwalts Dr.Florian Asche aus Volksdorf
weiter verfolgt. Die Übertragung des Eigentums an
der Schulkate an eine "Stiftung Volksdorf" wird
auf der Mitgliederversammlung am 23.6.2020
als Vorhaben in die
Satzung aufgenommen.
Am 22.4.2021 erhält der
Verein von der Finanzbehörde Hamburg /
Landesbetrieb Immobilienmanagement und
Grundvermögen (LIG) ein Angebot für eine
Verlängerung des Erbaurechts um 50 Jahre.
Berücksichtigt wird dabei die nun konkrete Absicht
der Übertragung der Schulkate in die "Stiftung
Volksdorf". Notariell besiegelt wird die
Verlängerung des Erbaurechts am 11.4.2022
1.5.2022 Gründung
der "Stiftung
Volksdorf"
als Treuhandstiftung. Treuhänder ist der "Verein
Schulkate Volksdorf e.V." Die Schulkate geht in
den Besitz der Stiftung über.
22.5.2022 treffen sich einen Monat lang
regelmäßig ukrainische Frauen.
20.6.2022 führt Fa.Wormstädt aus Loosen
bei Ludwigslust zwei Tage Ausbesserungsarbeiten am
Reetdach aus.
25.4.2023 baut
der Elektriker Wagner Steckdosen zur Nutzung
des Beamers zum Zeigen von Filmen ein.
25.5.2023 gründen
Filmbegeisterte aus Bergstedt und Volksdorf
den "FilmClub Walddörfer, um sich nach dem
Filmgenuss mit Gelichgesinnten austauschen zu
können. Mit dabei ist der Verein Schulkate, da
auch er schon lange den Wunsch hegte, Filme in
der Schulkate zu zeigen.
2024
Endlich nach über vier Jahren Leerstand
bringen Andreas Wilke und Sebastin Voigt
(beides "Volksdorfer Jungs") als
Wilke&Voigt GmbH&Co.KG die Gastronomie
wieder in Schuss und eröffnen im Juli.
Im September baut der Zimmermann Wolf des
benachbarten Museumsdorf eine Pforte in den
Zaun der benachbarten Koppel ein, damit im
Fall des Falles der Fluchtweg von der Treppe
hinunter nicht als Sackgasse endet.
2024 organisiert der Verein
zusammen mit Silja Lütten
den KunsthandwekerMarkt in Schulkate und
Wagnerhof des Museumsdorfes am 2./3.11.
2025
organisiert der Verein zusammen mit Silja
Lütten den KunsthandwekerMarkt in
Schulkate und Wagnerhof des Museumsdorfes
vom 31.10 - 2.11.
25-jähriges
Jubiläum
am 13.11.2015 der Volksdorfer Schulkate von
1752
Auszüge aus der Ansprache von Prof. Hermann
Hipp
Also zum ersten Anliegen:
Einunddreißig Jahre ist es jetzt her, daß ich
aus dem Denkmalschutzamt unserer Freien und
Hansestadt Hamburg ausgeschieden bin. Zuvor
war ich dort zehn Jahre lang zuständig für die
Ermittlung und Erforschung dessen, was im
Sinne des Denkmalschutzgesetzes aus
geschichtlichen, künstlerischen,
wissenschaftlichen undausgegeben städtebaulichen Gründen ein
Denkmal sei, ein Objekt also, an dessen
Erhaltung deswegen ein öffentliches Interesse
besteht. Es ist in der Regel ein Gebäude,
dessen Bewahrung für die Zukunft für uns alle,
für das Gemeinwesen, wichtig ist – über seinen
konkreten praktischen Nutzen hinaus. ….
So ist es eine ganz besonders
schöne Situation, wenn ein Haus in den Blick
gerät, an dessen Eigenschaft als Kulturdenkmal
überhaupt kein Zweifel besteht. So wie es der
Fall mit diesem Haus ist, mit der alten
Volksdorfer Schulkate. – Seltsamer Weise aber
ist sie nie unter Denkmalschutz gestellt
worden. Und das ist gleich mein erstes
Anliegen: Dieses Haus muß eingereiht werden in
die Volksdorfer, in die Hamburger
Kulturdenkmäler. Ich bitte Sie, das
Denkmalschutzamt dazu zu ermuntern.
Muß man das noch begründen? –
Auf der website des „Vereins Schulkate
Volksdorf e.V.“ steht ja doch die
bemerkenswerte, wichtige Geschichte dieses
Hauses in schöner Prägnanz und in aller
Genauigkeit. Dennoch will ich sie kurz mit
meinen Worten umreißen und bewerten.
Bestens belegt ist die
Tatsache, der dies Haus seine erste Existenz
verdankt: Es wurde 1752 gebaut, und in ihm
lebte und wirkte bis 1828 jeweils der Lehrer,
der die Volksdorfer Bauernkinder so
unterrichten sollte ...
1828 erwies sich auch diese
Kate als baufällig …. Die aber wurde 1830 auf
Abbruch verkauft. Nicht etwa als Brennholz.
Der Ohlstedter Vollhufner Cord Hinrich Bock
erwarb das Material vielmehr gewissermaßen als
einen kompletten Bausatz und baute damit –
leicht erweitert – in Ohlstedt wieder die alte
Kate auf. ... Ecke Alte Dorfstraße 23 /
Melhopweg bin ich in den 1970er Jahren auf sie
gestoßen, als einen malerischen, reetgedeckten
Bestandteil des dortigen alten Dorfkerns. Als
ich dann um 1980 den Hintergrund kennen
lernte, war ich ziemlich begeistert: Das war
ländliche Baugeschichte interessantester Art –
anschaulich präsent im modernen Siedlungsbild
unserer Walddörfer.
Dem war vorausgegangen, daß
mein Chef, unser damaliger Volksdorfer
Mitbürger, der Denkmalpfleger Manfred F.
Fischer, aus der Bürgerschaft darauf
hingewiesen worden war, dieses reizende kleine
Haus sei schwer gefährdet, ja verfalle. Es war
Alf Schreyer, der uns schubste – und übrigens
auch schon mal das Manuskript über die
Volksdorfer Schulkate hergab, das dann im
„Waldhorn“ Nr. 2/83 erschien und ihre
Geschichte aus den Quellen darstellt.
Meine Aufgabe war es jetzt, ein
Gutachten zu schreiben. Dessen Fazit lautete:
„Die Kate (ist) ein unersetzliches Zeugnis für
die Geschichte der Hamburger Walddörfer und
wirft darüber hinaus Licht auf die
Schulgeschichte in den Landgebieten überhaupt“
(29. 6. 81).
Auf dieser Grundlage bereitete
das Denkmalschutzamt den Verwaltungsakt vor,
mit dem das Objekt nach dem damaligen
Denkmalrecht unter Denkmalschutz gestellt
werden sollte. Aber das blieb am Ende leider
auf sich beruhen – um es kurz zu machen. …..
Da blieb nur noch eins: Eine
genaue Bauaufnahme zu veranlassen und dafür zu
sorgen, daß die Bauteile erhalten und
eingelagert würden. Am 17. 2. 1983 wurde das
Unterschutzstellungsverfahren eingestellt und
die Kate bald darauf abgetragen – worauf ich
gleich noch einmal zurückkomme.
Aber hier muß ich erstmal mein
zweites heutiges Anliegen vorbringen: Ich muß
mich nämlich gewissermaßen outen als beteiligt
an der damals festgestellten, mir heute in
keiner Weise mehr erklärlichen Haltung des
Denkmalschutzamtes. Und für mich möchte ich
Sie dafür irgendwie um Verzeihung bitten. ….
Ich kann Ihnen wirklich nicht
mehr plausibel machen, was uns damals umtrieb.
Wir glaubten wohl, und da sprachen vor allem
die Erfahrungen mit, die Jörg Haspel aus
Baden-Württemberg mitgebracht hatte, wir
glaubten also, daß ein Denkmal als Denkmal
aufhört zu bestehen, wenn es nicht mehr am
überlieferten Ort steht, daß „die abgebaute
Kate keinen Denkmalwert mehr hat“, wie es in
der Akte steht.
Ganz außerordentlich bedauere
ich dieses vorläufige Ende eines
Kulturdenkmals. Und ich leiste also Abbitte.
Ich bin ja dann auch 1984 aus dem Amt
ausgeschieden und habe seitdem keine
Verwaltungsakte oder deren Löschung mehr zu
verantworten gehabt.
Das Ganze nahm zudem ein höchst
erfreuliches, ein gutes Ende. Denn jetzt kam
Diedrich Raeck ins Spiel. Er hatte von dem
Fall erfahren und spontan beschlossen, sich zu
kümmern. ... Das hat das Denkmalschutzamt
durchaus begrüßt und die Initiative auch
unterstützt. Im Museumsdorf waren ja eh über
die Jahre mehrere translozierte ländliche
Gebäude aus anderen Dörfern der Nachbarschaft
auferstanden – so etwa die Wohldorfer Schmiede
und die Hummelsbütteler Grützmühle.
Aber hin und her ging es dann
doch wieder darum, ob das Museumsdorf oder ein
anderer Bauplatz dafür zu unterstützen sei. –
Erst 1989 wurde der Platz gefunden und von der
Stadt auf Erbbaurecht zur Verfügung gestellt,
auf dem das Haus bis 1990 wieder aufgebaut
werden konnte, ….
…. Begründung: „Da die ehemalige
Schulkate nun freilich durch ihre zweifache
Translozierung nicht mehr als ein
Kulturdenkmal i. S. des Hamburger
Denkmalschutzgesetzes angesehen werden kann“.
– Da war sie wieder, die fatale
denkmalfachliche Dogmatik. Ich kann sie nicht
mehr verstehen, im Rückblick nicht einmal
erklären. Denn der Fall ist eigentlich
sonnenklar:
Gerade das scheinbare Manco
unserer Schulkate ist doch selbst eine ganz
besondere Denkmal-Eigenschaft – das wußte ich
damals doch längst – eine Eigenschaft, die
tief hinabreicht in die Geschichte der
menschlichen Siedlung, der typischen
Fachwerkbauernhäuser gerade Norddeutschlands,
aber von Fachwerkbauten überhaupt.
Das Schicksal dieses alten
Schulhauses ist ja doch gerade ein wunderbarer
Beleg für das, was im mittelalterlichen
Sachenrecht ganz anders aufgefaßt wurde, als
wir heute es von Immobilien kennen: Im
Sachsenspiegel – für unsere Gegend die
wichtigste alte Rechtsquelle – im
Sachsenspiegel also werden nämlich um 1225
Häuser gerade nicht als Immobilien behandelt,
also als unbewegliche, ortsfeste Gebilde,
sondern als „Fahrhabe“, also als Bestandteil
desjenigen Sacheigentums, das sein Besitzer
auf einen Wagen packen und von Ort zu Ort
transportieren kann wie seine Möbel (und
dieses Wort ist ja von „mobil“ abgeleitet).
Das setzt dem Denkmalwert der alten
Schulkatenmaterials und also der Schulkate
doch geradezu ein Krönchen auf!
Hier hatte ich doch damals und
haben wir – Gott sei Dank – heute ein
historisches, bestens erhaltenes Beispiel, ein
Denkmal für diese „Fahrhabe“ vor Augen.
Verzeihen Sie mir – das endlich
richtigzustellen war mein zweites Anliegen –
und sorgen Sie für die Anerkennung als
Kulturdenkmal, das ist mein erstes. ….
Vor allem aber sorgt der Verein
seitdem dafür, daß nicht nur eine Gastronomie
die Kate belebt, sondern auch bürgerliches
kulturelles Engagement, er sorgt dafür, daß
kulturelles Leben im Stadtteil hier einen
seiner Orte gefunden hat und bewahrt.
So wie das benachbarte
Museumsdorf und seit einem Jahr die
Ohlendorffsche Villa. – Alle drei sind nicht
nur im Bestand gerettet und erhalten, sondern
zu gepflegten Zeugnissen der Geschichte
Volksdorfs geworden. Ja, all diese
reanimierten und immer neu aktualisierten
Kulturdenkmäler tragen aufs Schönste zur
kulturellen Identität in unserem Stadtteil
bei, stärken unsere Gemeinschafts- und
Heimatgefühle als Bürger Hamburgs und als
Volksdorfer. ….
Liebe Frau Hedrich, lieber Herr
Raeck, lieber Verein Schulkate, zu diesem
Ihrem Werk beglückwünsche ich Sie heute Abend.
Danke!
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